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Ausflüge und Veranstaltungen für Bewohnerinnen und Bewohner, Vorträge für Angehörige und Fortbildungen für Ehrenamtliche – vieles wäre im Walter-Kobold-Haus in Düsseldorf-Wittlaer ohne den Förderverein kaum möglich. Seit zwei Jahren steht Gerhard Pfeiffer-Jäger an dessen Spitze. Für den 69-Jährigen ist sein Engagement und das seiner derzeit rund 50 Mitstreiter »schlicht sinnvoll«, für die Bewohner zuweilen ein großer Spaß. Ob beim Rockkonzert oder beim Rikschafahren.

Gerhard Pfeiffer-Jäger kann sich für viele Dinge begeistern: für ausgedehnte Touren mit dem Rad, für die Geschichte der Römer oder für Modelleisenbahnen (dazu weiter unten mehr!). Seit rund zwei Jahren engagiert sich der 69-Jäh­rige mit der gleichen Freude im Förder­verein des Walter-Kobold-Hauses. Dass er etwas darüber erzählen soll, weshalb diese Unterstützung für das Zentrum für Rehabilitation und Pflege der Graf Recke Stiftung in Düsseldorf-Wittlaer von Bedeutung ist, ist ihm eigentlich gar nicht recht; es gibt Mitstreiter, die weitaus länger dabei sind. Und doch kann er gar nicht anders: Mit seinem Eintritt in den Verein wurde er sogleich dessen Vorsitzender.

Neuland betritt Gerhard Pfeiffer-Jäger mit seinem Einsatz für die Seniorenein­richtung keineswegs. Die Verbindung zum Haus und zu den Menschen sei immer da gewesen, seit er 1981 mit seiner Familie nur 500 Meter entfernt an den Bergesweg gezogen sei. Auch das hatte seinen Grund: Seine Frau arbeitet als Familientherapeutin bei der Stiftung in Wittlaer.

Gerhard Pfeiffer-Jäger selbst, pro­moviert in Germanistik und Philosophie, war nach einem zusätzlichen pädagogi­schen Fernstudium lange Zeit als Dozent und später als pädagogischer Leiter in der Erwachsenenbildung tätig. Seit 2003 sei er als freiberuflicher Berater im Bereich Qualitätsmanagement unterwegs, sagt er. Doch der Vater dreier erwachsener Kinder, mittlerweile auch dreifacher Großvater, fühlte sich auch stets als Teil der Gemein­schaft am Bergesweg. »Links des Wegs lie­gen quasi die früheren Werkswohnungen der Stiftung, rechts die Wohngruppen und das Walter-Kobold-Haus«, sagt er. Aus Nachbarschaften seien über die Jahre viele Freundschaften entstanden.

Und so war auch Michael Ribisel, der viele Jahre den 2003 gegründeten Förderverein geführt hatte, für Gerhard Pfeiffer-Jäger längst ein Freund geworden. Nach des­sen Tod 2017 hatten dann die Mitglieder Elke Biesgen und Peter Dittert gemeinsam den Vorsitz übernommen, allerdings nur vorübergehend. »Ich hörte davon und hatte zudem bereits Erfahrung aus dem Vorstand eines anderen Fördervereins«, erklärt Ger­hard Pfeiffer-Jäger seine damalige Berufung an die Vereinsspitze direkt nach seinem Ein­tritt. Er, der in Thüringen geboren wurde, im Siegerland aufgewachsen ist und in Mar­burg studiert hat, hat das gerne gemacht: »Auch in dem Gefühl, dass ich es in einem Umfeld tue, dem ich mich zugehörig fühle.«

Das Walter-Kobold-Haus ist für den 69-Jährigen fraglos ein Teil davon, seine Unterstützung »schlicht sinnvoll«, wie er sagt. »Die Hauptamtlichen tun unheim­lich viel für die Bewohner. Und doch gibt es Bereiche, wo sie zusätzliche Hilfe gut gebrauchen können.« Sei es in Form von Beiträgen für besondere Therapien oder für die Angehörigen- und Hospizarbeit, sei es durch die Organisation von Vorträgen für Angehörige oder von Fortbildungen für Ehrenamtliche. Hinzu kommen zahlreiche Freizeitaktivitäten, die Abwechslung und Freude in den Alltag der Bewohner brin­gen, Ausflüge und Veranstaltungen wie das jährliche Rockkonzert im Mehrzweckraum etwa. »Dann spürt man die Begeisterung«, freut er sich. »Wie die Menschen da mit­gehen, auch die im Rollstuhl.«

Stets zum Jahresanfang treffen sich die Vereinsmitglieder, um anhand einer Wunschliste über die künftigen Förderun­gen abzustimmen: So habe man bereits beim Kauf eines Dreirad-Tandems einen Teil des Anschaffungspreises beigesteuert, so Ger­hard Pfeiffer-Jäger. Künftig wolle man Blue­tooth-Lautsprecher mitfinanzieren, »damit Bettlägerige darüber Musik hören können«. Ein weiteres Herzensprojekt schmückt seit einiger Zeit den oberen Flur des Hauses: eine Modelleisenbahn mit extragroßer Spur.

Video: Walter-Kobold-Haus unter Dampf

Das Miteinander macht für Gerhard Pfeiffer-Jäger den Reiz seines gesamten Engagements aus. Er selbst bringe sein Organisationstalent in den Verein ein, bei allem anderen helfe »das große Netzwerk der Stiftung«. Zu diesem gehört unter anderem der Enkel des Namensgebers der Pflegeein­richtung: Nikolas Kobold fungiert als zweiter Vorsitzender im Förderverein. Doch erst durch zusätzliche Spenden würden viele Dinge möglich, betont Gerhard Pfeiffer-Jäger. So zählt er die Gewinnung von Unterstützern von außer­halb genauso zu seinen Aufgaben wie die Werbung neuer Mitglieder. Das sei nicht ganz einfach, »das wird wohl erst ab einem gewissen Alter ein Thema«, meint er. Bei ihm sei es ja auch so gewesen.

Tour über die Alpen

Sichtbar zu sein im Viertel, das sei für den Erfolg ent­scheidend, sagt der Vereinsvorsitzende, auch wenn das traditionelle Herbstfest in diesem Jahr pandemiebedingt kaum stattfinden kann. Zwei Mal habe man für diesen Anlass bereits eine Rikscha gemietet und die Senioren damit spazieren gefahren, das sei hervorragend angekommen. Stiftungspfarrer Dietmar Redeker habe sich im ver­gangenen Jahr als wahres Naturtalent entpuppt, berichtet er mit einem Lachen. Ansonsten sei Vereinskollege Peter Dittert als Fahrer »ganz vorne dabei«.

Mit ihm und weiteren fahrradbegeisterten Freunden, unter anderem aus dem Förderverein, hat Gerhard Pfeiffer-Jäger in diesem Jahr eigentlich noch andere große Pläne – sofern die Pandemie dies zulässt: Auf der Via Claudia Augusta, einer der wichtigsten Römerstraßen, seien sie vor einiger Zeit von Füssen nach Tirol gefahren, erzählt er. Im Herbst soll sie ihre nächste Tour nun über die Alpen führen, dieses Mal von Salzburg bis an die Adria. Nicht auf der Rikscha allerdings, sondern auf Tourenrädern.

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Förderverein Walter-Kobold-Haus e. V.

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Verwendungszweck: WKH-Modelleisenbahn

Wer die Modelleisenbahn mit Sachspenden unterstützen möchte, kann sich gern direkt an den Förderverein wenden. Alle Infos dazu gibt es hier auf den Seiten des Fördervereins.