Nur keine Langeweile

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Im November mussten die Bewohnerinnen und Bewohner im Haus Linde im Dorotheenviertel Hilden aufgrund eines positiven Coronatests einer Bewohnerin in die Quarantäne. Nach deren Aufhebung freuten sich alle über den gewohnten Tagesablauf. In den Gemeinschaftsräumen gab es anschließend viel zu erzählen – auch von guten Erfahrungen in der Zeit der Isolation, wie Pflegedienstleistung Irene Schlappa berichtet.

„Es war in der Quarantäne auch eine erholsame Zeit“, sagte mir ein Bewohner nach der Quarantäne in unserem Haus Linde. „Ich habe nichts vermisst. Die Verpflegung war hervorragend und es war nicht mal langweilig.“ Immer wieder sei Personal zu ihm aufs Zimmer gekommen, habe Kuchen, Obstsalate und Getränke mitgebracht und das Gespräch gesucht. Über das Rührei, das es zum Abendessen gab, habe er sich besonders gefreut. Mit seiner Familie hat er immer wieder telefonischen Kontakt gehabt.

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Im Haus Linde im Dorotheenviertel Hilden ging alles gut aus und die Quarantäne ist schon seit einiger Zeit aufgehoben. Aktuell gibt es aber im benachbarten Haus Buche einen „Lockdown“ und bereits eine größere Zahl an Infektionen. Alle wichtigen Infos rund um Corona gibt es laufend aktuell auf unserer Corona-Infoseite.
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Keine Langeweile ist auch bei einer anderen Bewohnerin aufgekommen: Sie hat sich mit fernsehen und lesen gut beschäftigt, sich einfach ausgeruht und "die Ungezwungenheit der Zeit“ genossen, wie sie mir erzählte. Auch sie hat auf ihrem Zimmer regelmäßig Besuch von uns bekommen und ist natürlich mit Essen, Getränken und anderen Dingen des Alltags versorgt worden. Statt in Gemeinschaftsangeboten haben wir uns gemeinsam auf ihrem Zimmer beschäftigt, zum Beispiel mit stricken und dem Basteln von Weihnachtsdekoration. „Die letzten zwei Tage hatte ich schon Sehnsucht nach meinem Ehemann, aber der kam wie gerufen an den Zaun und wir haben uns Hand- Küsschen geschickt und uns zugewunken“, erzählte uns die Bewohnerin später.

Ein Angehöriger hat mir berichtet, dass sein Vater die Quarantänezeit durch seine demenzielle Erkrankung gar nicht so richtig wahrgenommen habe: „Beim Besuch am Dienstag war er fröhlich wie sonst auch“, sagte der Sohn, und er selbst habe das Gefühl gehabt, sein Vater wäre sogar noch intensiver als sonst betreut worden. „Immer wenn ich anrief, war sofort eine vom Personal am Telefon und ich bekam ausführliche Berichte zum Wohlbefinden meines Vaters.“ Nahezu täglich haben wir mit dem Vater Spaziergänge in den Rollatorpark im Dorotheenviertel Hilden gemacht.

Generell haben die Bewohner die Möglichkeiten und unsere Unterstützung beim skypen, telefonieren und Briefe schreiben immer gerne dankend angenommen. Wir als Personal im Haus Linde bedankten uns bei den Bewohnern für das entgegengebrachte Vertrauen und Verständnis, nicht nur mit Worten, sondern auch mit einem blühenden Weihnachtsstern.

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Einsamkeit in Coronazeiten – in Zeiten der Pandemie ist das ein großes Thema. Sind alte Menschen in Senioreneinrichtungen in der Pandemie eigentlich weniger einsam? Mehr dazu in der recke:in 4/2020, die Mitte Dezember erscheint.

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