Nachhaltiges Hauswirtschaften

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Claudia Kersten hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Als Hauswirtschaftsleiterin im Walter-Kobold-Haus in Düsseldorf-Wittlaer setzt sie unter anderem auf Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen und auf Kreislaufwirtschaft. Nach einer fachlichen Weiterbildung soll sie ihre Erkenntnisse künftig auch in andere Einrichtungen der Graf Recke Wohnen & Pflege tragen. Aus guten Gründen.

Für Claudia Kersten ist das Thema Nachhaltigkeit wahrlich kein Neuland: In ihrem eigenen Haushalt setzt sie seit langem auf Bioprodukte, nutzt etwa Essig und Backpulver statt eines chemischen Mittels für die Toilettenreinigung und achtet darauf, möglichst wenig Umverpackungen einzukaufen. „Jeder kann etwas tun, ohne sich zu verbiegen“, davon ist sie überzeugt. Und weil das so ist, setzt sie den Nachhaltigkeitsgedanken, ganz im Sinne der der Graf Recke Stiftung, längst auch an ihrem Arbeitsplatz um: Die 54-Jährige ist Hauswirtschaftsleiterin im Seniorenzentrum Walter-Kobold-Haus (WKH) in Düsseldorf-Wittlaer – und da geht es um ganz andere Dimensionen.

Der Kern des nachhaltigen Wirtschaftens bleibt jedoch auch in einer Einrichtung mit weit mehr als hundert Bewohnern derselbe. Es gehe insgesamt darum, Ressourcen zu schonen; um den Einsatz von Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft, betont Claudia Kersten. Sie weiß, wovon sie spricht: Im März 2023 hat die Hauswirtschaftsmeisterin, die seit 1999 im WKH leitend tätig ist, berufsbegleitend eine gut halbjährige Fortbildung zur Nachhaltigkeitsmanagerin für den hauswirtschaftlichen Bereich abgeschlossen. Seitdem habe sie viel im Bereich Produktanwendung umgestellt und reduziert, sagt sie. „Ich habe so viele Möglichkeiten, die Einrichtung in die Nachhaltigkeit zu führen, weil ich so viele Prozesse steuere“, freut sie sich.

Zitronensäure statt Entkalker

In der Tat geht es in ihrem Zuständigkeitsbereich, der unter anderem auch die Haustechnik umfasst, um unterschiedlichste Dinge, vom Desinfektionsmittel über Sanitärreiniger bis zum Schmieröl. Es habe sich beispielsweise herausgestellt, dass man im Haus in diversen Bereichen unterschiedliche Entkalker im Einsatz gehabt habe, berichtet Claudia Kersten. „Jetzt nutzen wir in Haustechnik und Hauswirtschaft überall Zitronensäure. Insgesamt konnten wir zudem ein Drittel aller anderen chemischen Mittel einsparen. Toll.“ Beim Spülmittel habe man ebenfalls eine vergleichbare, nachhaltige Lösung gefunden.

Es sind Erfolge wie diese, die sie antreiben. „Ich bin ein gläubiger Mensch. Mir war es immer wichtig, die Schöpfung zu bewahren“, beschreibt sie ihre grundsätzliche Motivation. Insbesondere in der Beschaffung sieht die Hauswirtschaftsleiterin dafür einen bedeutenden Hebel. „Wir kaufen mittlerweile viele Produkte bei einem klimapositiven Unternehmen.“ Das trage zur CO2-Reduzierung bei, vermeide den Einsatz von Kunststoffen und Rohöl. Auch der stiftungsinterne Dienstleiter DiFS, der im Walter-Kobold-Haus  die Unterhaltsreinigung übernimmt, habe sich von dort beraten lassen und inzwischen überwiegend auf Ökolabel umgestellt.

Ich bin ein gläubiger Mensch. Mir war es immer wichtig, die Schöpfung zu bewahren

Claudia Kersten, Hauswirtschaftsleiterin

Gemeinsam habe man zudem überlegt, wie man künftig nachhaltiger reinigen könne. Trockenreinigung, überall da, wo es möglich ist, sei dafür ein Beispiel, sagt Claudia Kersten. Für sie konkret macht sie sich derzeit Gedanken, wo sie im Büro weiter Papier einsparen kann. Die Liste sei lang, „aber das geht ja alles neben der täglichen Arbeit“, meint sie mit einem Lachen. Doch sie ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst. „Im WKH wird alles getestet und im positiven Fall tragen wir das weiter in die anderen Einrichtungen der Stiftung.“

Nachhaltige Produktliste das Ziel

Denn von der Geschäftsbereichsleitung der Graf Recke Wohnen & Pflege, die auch ihre Weiterbildung unterstützt hatte, bekam sie den Auftrag, die anderen Einrichtungen ebenfalls für die Umstellung zu gewinnen. Und so wird sich die Hauswirtschaftsmeisterin, die zudem die Tagespflege, die Wohngemeinschaften im WKH sowie den ambulanten Pflegedienst recke:mobil beratend begleitet, im Dezember mit den Verantwortlichen des Seniorenzentrums Zum Königshof zusammensetzen, im neuen Jahr dann mit der Hauswirtschaftsleitung  im Dorotheenviertel Hilden. Ziel sei es, gemeinsam eine verbindliche Liste mit nachhaltigen Produkten zu erarbeiten, aus denen sich alle frei bedienen können.

Das ist für Claudia Kersten ein bedeutender Aspekt: „Hauswirtschaft ist ein stressiger Beruf, nicht alle haben die Kapazitäten, sich im Arbeitsalltag über Nachhaltigkeit einen Kopf zu machen“, sagt sie. Auch in ihrem 13-köpfigen Team seien einige am Anfang skeptisch gewesen, räumt sie ein. „Aber inzwischen finden es eigentlich alle gut.“ Tatsächlich sei es sogar eine schöne Möglichkeit, bei Jobinteressierten damit zu werben, findet sie. Wichtig sei allerdings, nicht einfach etwas vorzuschreiben, sondern die Leute mitzunehmen. „Das ist ein langer Prozess, das kostet Zeit“, macht sie deutlich. „Aber definitiv etwas, das sich lohnt.“ 

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