Impfen und boostern gegen das Virus: Wir brauchen 90 Prozent

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70 Prozent Impfquote? "Die neue 70 ist die 90", sagt Pandemiekoordinator Marek Leczycki. Heißt: Die inzwischen vorherrschende Deltavariante des Coronavirus erfordere nach Expertenmeinung bereits eine Impfquote von 90 Prozent. Um die in der Graf Recke Stiftung so schnell wie möglich zu erreichen, bietet Leczycki jetzt für alle Menschen in der Graf Recke Stiftung niederschwellig Erst- und Boosterimpfungen im Dorotheenviertel Hilden an.

Alle starren auf Inzidenzen, die Hospitalisierungsrate, den R-Wert und die Impfquote. "Wie wir das Virus in einen endemischen Status kriegen, das liegt an der Gesellschaft und auch an den Menschen in der Graf Recke Stiftung", sagt der Pandemiekoordinator der Stiftung, Marek Leczycki. "Das Virus ist inzwischen gut berechenbar, aber nicht der Mensch."

Der größte Teil der Wissenschaftler, so Leczycki weiter, "sagt: Die neue 70 ist die 90 – das heißt: Bei der Deltavariante benötigen wir 90 Prozent Impfquote, um in einen endemischen Zustand zu kommen." Die endemische Lage folgt in der Regel der pandemischen und besagt, dass Fälle einer Krankheit nur noch in einer umschriebenen Population oder begrenzten Region fortwährend gehäuft auftreten. Deutschland werde diesen Zustand so bald nicht erreichen, denn auch eine 70-prozentige Impfquote reiche dafür nicht aus. "Diese Zahl wurde noch auf Basis des Wildvirus, also der ersten Variante des aktuellen Coronavirus berechnet und stimmt nicht mehr."

Deshalb appelliert Marek Leczycki umso dringlicher an alle Menschen in der Stiftung, sich zu impfen. "Wenn ich mir das Bundesland Bremen anschaue mit einem Impfstatus von 79,8 Prozent und einer Inzidenz von 190, auf der anderen Seite den Landkreis Sächsische Schweiz mit einer Quote von 41 Prozent und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.688, dann sehe ich eine Korrelation", so der Pandemiekoordinator.

70 Prozent Impfquote reichen nicht mehr.

Marek Leczycki

Auch in einem seiner eigenen Häuser hat Leczycki, im eigentlichen Beruf Leiter der Senioreneinrichtungen im Dorotheenviertel Hilden, ein deutliches Indiz vor Augen: "Wir hatten im Dezember 2020 den Ausbruch im Haus Buche, das Virus hat gewütet und es war kein schönes Weihnachtsfest, obwohl wir am 24.12. das Virus besiegt hatten." Denn damals seien mehrere Bewohnerinnen und Bewohner gestorben. Als vor knapp drei Wochen das Virus bei den täglichen Tests im Haus entdeckt wurde, blieb die Senioreneinrichtung von einem Ausbruch verschont. Leczycki: "Wir hatten den Vergleich: Das Virus wurde ins Haus getragen, einmal ohne, einmal mit Impfschutz – beim zweiten Mal hatte das Virus keine Chance. Deshalb ist die Impfung so wichtig für uns."

Mit Mann und Maus impfen

Die Quote in der Graf Recke Wohnen & Pflege liegt nach Angaben Leczyckis bei 96 Prozent bei den Bewohnerinnen und Bewohnern und 85 Prozent bei den Mitarbeitenden, Stand 11. November. "Die neuen Impfzahlen werden Anfang Dezember vorliegen und schon deutlich höher liegen." Die Zahlen in anderen Geschäftsbereichen seien vergleichbar gut, die Erhebungen laufen noch, so Leczycki. Doch die guten Zahlen sollen noch besser werden, und dazu soll ein niederschwelliges Angebot für Klientinnen und Klienten und Mitarbeitende der Graf Recke Stiftung dienen, das der Pandemiestab der Graf Recke Stiftung im Dorotheenviertel Hilden anbietet. Leczycki verspricht: "Wir werden das Angebot auch im neuen Jahr solange aufrechterhalten, so lange sich Menschen bei uns melden."

"Jeder Mann und Maus, der impfen kann, soll jetzt gefälligst impfen. Sonst kriegen wir diese Krise nicht in den Griff", zitiert Pandemiekoordinator Marek Leczycki den  Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler und ergänzt: "Und das machen wir jetzt!"

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Auch in der Graf Recke Stiftung hat sich das Infektionsgeschehen deutlich in den Bereich jüngerer Menschen verschoben. Die aktuellen Zahlen gibt es auf der Corona-Infoseite der Stiftung.

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