Corona in zwei Düsseldorfer Senioreneinrichtungen

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Am 20. Januar wurde im Rahmen von Schnelltests im Seniorenzentrum Zum Königshof in Düsseldorf-Unterrath eine erste Bewohnerin positiv auf Corona getestet. Bis zum heutigen Mittag waren 26 Bewohner und 16 Mitarbeitende erkrankt, zwei der erkrankten Bewohner verstarben. Im Pflegezentrum Walter-Kobold-Haus wurden gestern bei Schnelltests drei Bewohner und zwei Mitarbeitende eines Wohnbereichs positiv getestet.

Im Seniorenzentrum Zum Königshof in Düsseldorf-Unterrath sind Stand 1. Februar, 10 Uhr, 24 Bewohner und 16 Mitarbeitende infiziert. Das Haus steht seit Bekanntwerden einer ersten Infektion am 20. Januar unter Quarantäne. Am gestrigen Sonntag wurde auch im Pflegezentrum Walter-Kobold-Haus in Düsseldorf-Wittlaer ein Infektionsgeschehen festgestellt: Hier sind, drei Bewohner und zwei Mitarbeitende positiv gemeldet. Das Haus steht seit dem späten Nachmittag des 31. Januars ebenfalls unter Quarantäne. Auch hier haben Schnelltests das Infektionsgeschehen aufgedeckt.

In den letzten Wochen wurden die Mitarbeitenden der Pflege in den fünf stationären Häusern und angegliederten Angeboten der Graf Recke Wohnen & Pflege in Düsseldorf und im Dorotheenviertel Hilden alle drei Tage per POC-Schnelltests auf eine Infektion überprüft, Bewohner einmal wöchentlich. "Unsere Häuser sind keine sterilen Einrichtungen", sagt Marek Leczycki, der seit März letzten Jahres als Pandemiekoordinator der Graf Recke Stiftung hier alle Maßnahmen der Betrieblichen Pandemieplanung koordiniert. Es müsse immer zwischen der Vermeidung einer sozialen Isolation, wie sie beim Besuchsverbot im Lockdown des letzten Frühjahrs deutlich wurde, und der Sicherheit der Bewohner abgewogen werden. "Wir können einen Ausbruch nie mit Sicherheit verhindern, die Testungen sind dazu da, Ausbrüche möglichst schnell zu erkennen und einzudämmen." Im aktuellen Infektionsgeschehen der beiden Düsseldorfer Häuser werden alle Mitarbeitenden täglich getestet.

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3.200 Tests wurden in der Graf Recke Wohnen & Pflege zwischen Ende November und Ende Dezember in den Hildener und Düsseldorfer Einrichtungen durchgeführt. Gerade beim Feiertagsansturm an Weihnachten haben diese Tests auch bei Besucherinnen und Besuchern positive Fälle aufgedeckt und somit Schlimmeres verhindern können. In Düsseldorf sind flächendeckende Besuchertests im Gegensatz zum Kreis Mettmann laut Allgemeinverfügung nicht vorgeschrieben.

Nachdem die Graf Recke Wohnen & Pflege lange gut durch die Coronakrise gekommen war, gab es im Dezember im Haus Buche im Dorotheenviertel Hilden und aktuell im Seniorenzentrum Zum Königshof in Düsseldorf-Unterrath größere Ausbrüche des Coronavirus. "In der kalten Jahreszeit verbreitet sich das Virus schneller", sagt Pandemiekoordinator Leczycki. Künftig sollen auch in den Düsseldorfer Einrichtungen Besucherinnen und Besucher getestet werden. Im Dorotheenviertel Hilden geschieht dies mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes, im Wittlaerer Walter-Kobold-Haus sollen Mitarbeitende des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) die Mitarbeitenden vor Ort unterstützen, auch wird hier auf Zeitarbeit zurückgegriffen. Schutzmaßnahmen gab es bei Besuchen laut Pandemiekoordinator natürlich schon seit dem Beginn der Pandemie: Besucher werden seitdem gescreent, das bedeutet, ihre Temperatur wird gemessen und sie werden auf Symptome hin befragt. Auch tragen die Besucherinnen und Besucher bereits seit Juli FFP2-Masken, sobald sie die Einrichtungen betreten. Die aktuelle Besuchsregel erlaubt in Düsseldorf zwei Besucher pro Bewohner pro Tag, im Kreis Mettmann einen Besucher pro Bewohner pro Tag. Die strengeren Regeln im Kreis Mettmann sind den dortigen, lange Zeit besonders hohen Inzidenzwerten der letzten Wochen geschuldet.

Wann die Quarantäne des Seniorenzentrums Zum Königshof aufgehoben werden kann, ist noch ungewiss. Die erste Frist war bis Mittwoch, 3. Februar, angesetzt worden, Marek Leczycki geht aktuell von einer Verlängerung aus. Am Dienstag und Mittwoch werden nochmal alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende per PCR-Test, also mit laborbasierten Test, überprüft.

Spekulationen über die Rolle von Mutationen des Coronavirus im Seniorenzentrum Zum Königshof kann Pandemiekoordinator Leczycki bislang nicht bestätigen. Erste Typisierungen der positiven Tests haben den Verdacht, es handele sich um Mutanten, laut Leczycki ausgeschlossen.

In der kalten Jahreszeit verbreitet sich das Virus schneller.

Marek Leczycki

Hoffen auf die Impfungen

Ob die für den Februar geplanten Impfungen in den betroffenen Häusern in Düsseldorf wie geplant stattfinden können, ist noch ungewiss. Aktuell erkrankte Menschen werden nicht geimpft, erklärt Leczycki. Geplant war, dass neben den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden der stationären Einrichtungen auch die Menschen im Service-Wohnen, der Tagespflege und der Wohngemeinschaft mitgeimpft werden.